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5 Erfahrungen aus der Kindheit, die zu einer Depression führen

5 Kindheitserfahrungen, die eine Depression begünstigen können

In Deutschland leiden schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung an Depressionen. Manche leiden so sehr darunter, dass sie von Suizidgedanken verfolgt werden. Eine Depression kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Von genetischer Veranlagung bis hin zu einer durch Lichtmangel bedingten Winterdepression. Warum erkranken manche Menschen an Depressionen und andere nicht und können Erfahrungen in der Kindheit Depressionen begünstigen?

Ja, Erfahrungen in der Kindheit können Depressionen begünstigen. Das heißt aber auch im Umkehrschluss, dass man schon früh Depressionen vorbeugen kann, zumindest zum Teil, denn nicht jede Depression ist vermeidbar. Jedoch sollte man bei seinen Kindern und Enkelkindern auf ein paar Dinge achten. Erlebnisse in der Kindheit setzen sich in der Psyche fest und das oft unbewusst, sodass diese negativen Erlebnisse als Erwachsener nur schwer verarbeitet und reflektiert werden können und schließlich eine Depression begünstigen. Eltern und Großeltern können ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche Erfahrungen in der Kindheit Depressionen begünstigen, um diese bestenfalls zu vermeiden.

Alkohol in der Schwangerschaft

Es ist allgemein bekannt, dass Alkoholkonsum während der Schwangerschaft für den Embryo schädlich ist. Auch noch viele Jahre später können sich die Folgen zeigen, zum Beispiel in einer Depression. Dieser Zusammenhang ist vielen Eltern nicht bewusst. Wenn bei Kindern Schäden aufgrund von Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft entstehen, dann sprechen Mediziner auch von Fetales Alkoholsyndrom, kurz: FASD. FASD kann sich sehr unterschiedliche zeigen wie in Untergewicht oder Kleinwuchs. Forscher sehen auch einen Zusammenhang zu einem späteren depressiven Verhalten der Kinder.

Ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit

Depressionen können nicht nur genetisch sondern auch psychisch bedingt sein. Ein frühes traumatisches Erlebnis erhöht beispielsweise das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Unter einem traumatisierendem Erlebnis verstehen Mediziner schwere Unfälle, Erkrankungen oder Naturkatastrophen, ebenso wie psychische, körperliche und sexuelle Gewalt – darunter zählt beispielsweise auch Mobbing. Auch ein schwerer Verlust oder die Vernachlässigung des Kindes seitens der Erziehungsberechtigten kann sich später in eine Depression verwandeln. Auch Großeltern sollten auf das Wohlbefinden der Enkelkinder achten und bei Verdacht frühzeitig eingreifen und mit den Eltern oder anderen Erziehungspersonen das Gespräch suchen. Auch eine Therapie kann eine große Hilfe sein.

Eine schlechte Bindung zu den Eltern

Eine gesunde Beziehung zu den Eltern ist für jedes Kind wichtig und es sind wenige Fälle, in denen die Eltern-Kind-Beziehung dermaßen gestört ist, dass das Kind daran erkrankt. Dennoch ist vielen nicht bewusst, wie wichtig eine gute Bindung für die Entwicklung des Kindes ist. Das bedeutet auch, dass Eltern und Großeltern feinfühlig auf Signale des Kindes eingehen und eine Verhaltensveränderung früh merken. Auch Nähe, Geborgenheit sowie Autonomie sind für Kinder wichtig. Kinder, die nicht sicher gebunden sind oder gar Bindungsstörungen haben, sind eher ängstlich, übervorsichtig und unsicher. Eine Bindungsstörung entsteht dann, wenn sich das Kind nicht auf ihre Bezugsperson verlassen kann und nicht ausreichend Schutz und Sicherheit erfährt. Großeltern können hierbei eine wichtige Rolle spielen, denn sie können das Gefühl von Unsicherheit kompensieren. Manchmal reicht es schon, wenn das Kind andere gute soziale Kontakte hat.

Die Eltern leiden selbst unter einer Depression

Wenn die Eltern selbst an einer Depression leiden, ist die Wahrscheinlichkeit da, dass ihr Kind auch an einer Depression erkranken wird. Laut Medizinern liegt die Wahrscheinlichkeit etwa 70 Prozent höher als bei jenen, die keine genetische Veranlagung für eine depressive Erkrankung haben. Wenn ein Elternteil depressiv ist, dann ist das Risiko um das drei- bis sechsfache höher. Auch hier spielt die Bindung eine große Rolle, denn eine Mutter, die an einer starken Depression leidet, kann nur schwer eine gute Bindung zu ihrem Kind aufbauen.

Ängstliche und überfürsorgliche Eltern

Der Erziehungsstil prägt das Kind für das ganze Leben. Wir haben schon unterschiedlichste Erziehungsstile erlebt und diskutiert – ob antiautoritär oder Helikoptereltern. Doch eines ist inzwischen klar, nämlich, dass überfürsorgliche und ängstliche Eltern ihren Kindern oft nichts Gutes tun. Das gleiche gilt auch für die Großeltern. Der Erziehungsstil kann auch Schuld an einer später auftretenden Depression sein. Forscher stellten fest, dass Kinder von überfürsorglichen Eltern häufiger psychische Auffälligkeiten zeigen und Schwierigkeiten haben, zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen. Die Studie zeigt auch, dass Kinder von sogenannten Helikoptereltern später eher zu Alkohol- und Drogenkonsum neigen und ein schwaches Selbstwertgefühl haben. Zuviel Fürsorge ist also nicht immer gut und kann in der Erziehung psychische negative Folgen nach sich tragen. Zwar ist die ständige Kontrolle nicht der Grund, warum eine Depression entsteht, es kann aber die Selbsteinschätzung des Kindes so stark prägen, dass es das Gefühl hat nichts selber hinzubekommen.

Als Großeltern und wichtige Erziehungsperson kann man sein Enkelkind positiv stärken und eine gute Grundeinstellung sowie Selbstbewusstsein vermitteln.

Lesen Sie auch: Wie negative Gefühle aus der Kindheit unser Leben beeinflussen.

Oder: 9 Sätze, die Sie nicht zu Ihrem Enkelkind sagen sollten.

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