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Alte Gemüsesorten, die keiner mehr kennt! Oder doch?

Blaue Kartoffeln, lila Karotten oder Meerkohl – in den Supermärkten entdeckt man wieder vermehrt Gemüsesorten, die die Großeltern noch von früher kennen. Wussten Sie, dass es über 3.800 verschiedene Tomatensorten gibt? Aber nicht nur von der Tomate, sondern auch von der Karotte oder Kartoffel gibt es Sorten, die wir heute gar nicht mehr kennen. Gezüchtet wird nur noch, was möglichst viel Ertrag bringt. Daher sind in der Landwirtschaft Gemüsesorten, die langsam wachsen, uninteressant geworden. Dabei bieten die vergessenen Gemüsesorten oft mehr Nährstoffe und eine größere Bandbreite an sekundären Pflanzenstoffen, als die herkömmlichen. Alte Gemüsesorten erleben heute wieder ein Comeback.

Blaue Schwede

Wir kennen die Kartoffel meist nur als fest- oder mehligkochend, doch es gibt wesentlich mehr Unterschiede der verschiedenen Sorten. Ein Exot unter den Kartoffeln ist der Blaue Schwede oder auch Blue Congo genannt. Ursprünglich stammt diese Sorte aus Südamerika. Im Vergleich zu den im Supermarkt erhältlichen Kartoffeln, ist diese im Geschmack leicht süßer. Das violette Fleisch der Kartoffel wird beim Kochen etwas heller, bietet aber trotzdem noch einen schönen optischen Kontrast auf dem Teller.

Gelbe Bete

Es gibt nicht nur die rote, sondern auch die gelbe Bete. Diese wird heute als sogenanntes Superfood bezeichnet. Das wundert einen nicht, wenn man sich die Inhaltsstoffe der gelben Bete anschaut. Sie ist richtig gesund, mit viel Vitamin B und Eisen. Das Gemüse wirkt blutreinigend und stärkt das Immunsystem. Die gelbe Bete schmeckt zudem milder und süßer als die rote Bete. Zubereitet werden beide Sorten gleich. Auch als Smoothie ist das Gemüse sehr lecker.

Lila Karotte

Die lila Karotte oder auch purple Dragon genannt ist außen violett und innen leuchtend orange. Die violetten Möhren sind kräftiger, aber auch süßer im Geschmack, im Vergleich zur klassischen orangen Karotte. Was diese Karotte besonders interessant macht ist, dass sie rund 40 Prozent mehr Beta-Carotin als die herkömmliche Karotte enthält. Für die starke Lila-Farbe sind sogenannte Anthocyane verantwortlich, welche zu den wichtigsten Antioxidantien zählen und die sogar Krebs teilweise vorbeugen können.

Pastinake

Die Pastinake findet man inzwischen wieder in fast jedem Supermarkt, doch auch sie gehörte lange zu den vergessenen Gemüsesorten. Die Wurzel ist der Karotte im Geschmack ähnlich, jedoch etwas milder. Zudem zeichnet sich das Gemüse durch seinen nussigen Geschmack aus. Pastinaken sind besonders im Winter beliebt und werden zu Suppen oder Aufläufen verarbeitet. Auch als Pommes ist das Wurzelgemüse sehr lecker.

Erdbeerspinat

Der Erdbeerspinat sieht wirklich sehr interessant aus, wie eine Kräuzung aus Spinat und Himbeere. Viele kennen das Gemüse nicht mehr oder haben vergessen, dass man dieses auch essen kann. Der Erdbeerspinat kommt ursprünglich aus Südeuropa und wurde schon in der Römerzeit gegessen. Die leuchtend roten Früchte dienten auch als Tischdeko. Heute wird der Erdbeerspinat nur noch selten angepflanzt, weil die Blätter im Vergleich zum herkömmlichen Spinat wesentlich schwieriger zu pflücken sind. Die roten Beeren erinnern nicht nur optisch an die Himbeere, sondern sind auch im Geschmack sehr ähnlich. Der Erdbeerspinat beinhaltet übrigens mehr Vitamin C als der Gartenspinat.

Tomate

Klein, groß, rund, oval, rot oder grün – die Tomate ist eine der vielfältigsten Gemüsesorten. Wir kennen meist nur die klassische Rispentomaten aus den Supermärkten sehen, doch wer mal auf dem Markt die Augen offen hält, wird bereits dort eine große Auswahl an Tomaten entdecken. Es ist wirklich schwierig sich auf eine Sorte zu beschränken, weil es einfach so unglaublich viele gibt, die wir gar nicht mehr kennen. Blackcherry, Amish Paste, Ivory Drops oder Goldita sind nur wenige Beispiele. Pflanzen Sie doch einfach mal einen der Exoten zuhause an – sie werden feststellen, dass diese besser schmecken als die Tomaten aus dem Supermarkt. Besonders fleischige und aromatische Tomaten sind beispielsweise die Ochsenherzen.

Es ist kaum zu glauben, wie viele Gemüsesorten in Vergessenheit geraten sind. Oder anders gesagt, dass sie abgedrängt wurden von der Industrialisierung der Landwirtschaft. Zurzeit entwickelt sich ein Trend, der die alten Gemüsesorten wieder in unsere Küchen zurückbringt. Das ist schön zu sehen, denn die alten Gemüsesorten sind nicht nur sehr gesund, sondern erzählen auch immer etwas über unsere Vergangenheit. Vielleicht kennen Sie noch weitere Gemüsesorten, die Sie ihren Enkelkindern zeigen können?

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