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Das ist der größte Fehler, den Großeltern machen können

Psychologe und Familientherapeut Hans Berwanger hat in der Augsburger Allgemeinen ein Interview darüber gegeben, wie sich Großeltern richtig verhalten. Er wurde auch gefragt, welche Fehler Großeltern machen und wie sie zu vermeiden sind.

Seiner Meinung nach ist der größte Fehler, die Eltern zu belehren. „Damit verweist man sie zurück in die Kind-Position, weil man glaubt, aufgrund der eigenen Lebenserfahrung besser zu wissen, wie man Kinder erzieht.“ Doch das, so der Experte, werte die Eltern indirekt ab. Das würden auch die Enkel miterleben. Deswegen sei die Belehrung der Eltern durch die Großeltern ein absoluten No-Go.

Stattdessen empfiehlt der Therapeut, die Eltern erst zu fragen: Darf ich dir mal meine Sorgen anvertrauen? Hast du mal ein offenes Ohr für mich? Erst dann sollten Großeltern ihre Ängste formulieren. „Niemals sollte gleich nach dem Warum gefragt werden“, sagt Berwanger. Auf die Frage, warum nicht, antwortet er, dass Eltern damit in Erklärungsnot gebracht würden. „Es sind versteckte Anklagen. Und hinter Anklagen stecken Vorwürfe.“ Und die höre niemand sehr gern.

Der Experte geht sogar so weit, dass er sagt, Großeltern dürfen keine perfekte Erziehung des Enkels einfordern. Außerdem sollten sich Oma und Opa nie als Experten benehmen, dadurch entwickle sich eine Machtposition, die die Beziehung zwischen Eltern und Großeltern entzweihe.

Der Experte formuliert aber einen weiteren Fehler, den Großeltern machen können: Dem Enkelkind immer wieder Spielzeug bei jedem Besuch schenken. „Es ist eine emotionale Ausbeutung des Enkels“, sagt er dazu. „Es ist doch so, dass ich als Großeltern mit meinen Geschenken den Glanz in den Augen meines Enkels erwarte, ich erwarte sein Lachen. Dabei geht es doch gar nicht um das Materielle in der Großeltern-Enkel-Beziehung.“

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