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Erziehungsstile: Wie sich die Kindererziehung verändert hat

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Erziehungsstile verändern sich immer wieder – alles andere wäre wohl auch Besorgnis erregend. Es ist logisch, dass Eltern ihre Kinder beispielsweise während des Nationalsozialismus anders erzogen haben, als es Eltern heute machen. Dabei spielt einerseits die staatliche Politik eine Rolle. Andererseits auch die technische Entwicklung und der Wandel von Werten. Gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich nicht nur die Technik sehr schnell weiterentwickelt, sondern auch die Erziehungsmethoden haben sich von Generation zu Generation verändert. Wohin geht der Erziehungstrend heute? Und was unterscheidet sich zu dem Erziehungsstil der Großeltern?

Während früher Kinder oft unbeaufsichtigt den ganzen Tag draußen mit anderen Kindern herumtobten und erst bei Sonnenuntergang mit schmutziger Hose nach Hause kamen, werden die Kinder heute augenscheinlich viel mehr behütet. Die Eltern sind stets an der Seite ihrer Kinder und lassen sie nicht aus dem Auge. Das liegt daran, dass die jungen Eltern oft verunsichert sind, weil auch die Erwartungen an die Eltern gestiegen sind. Aber auch daran, dass sich die Erziehungsstile, die von Experten vermittelt werden, verändern.

Eine weitere große Veränderung ist der Ton im Haushalt. Früher gehörte der Befehlston bei vielen zur Tagesordnung. Heute suchen Eltern das Gespräch mit den Kindern und wollen mit ihnen verhandeln, statt etwas einfach zu bestimmen. Das kann als positive Entwicklung gesehen werden, birgt aber auch Gefahren, denn manchmal brauchen Kinder klare Grenzen und Leitlinien.

Heutzutage informieren sich Eltern zudem zunehmend in Zeitungen, im Internet oder in Elternkursen, wie sie ihre Kinder am besten erziehen. Der Ratschlag von den eigenen Eltern, Freunden und Nachbarn reicht ihnen oft nicht mehr aus. Stattdessen suchen junge Eltern die Meinungen von Familientherapeuten, Psychologen und anderen Experten. Das geht mit einem wachsenden Gefühl der Unsicherheit einher. Denn heute wird einem vermittelt, dass alle Lebensbereiche bestmöglich optimiert werden müssen und Effizienz wird großgeschrieben – so auch in der Kindererziehung. Das setzt die Elter nicht selten unter Druck.

In der Kindererziehung suchen Eltern heute stärker den Kontakt zu ihren Kindern. Ein Vergleich, der das veranschaulicht: Während des Nationalsozialismus schrieb eine Ärztin, dass zu viel Blick- und Körperkontakt die Kinder verweichlichen würde und das Kind so verzogen werden würde. Ebenso hieß es, dass das Schreien ja die Lunge stärken würde, also gut für das Kind wäre und es keinen Trost braucht. In den 1960er Jahren wurde der Erziehungsstil grundlegend umgekrempelt. Statt Gehorsam stand die antiautoritäre Erziehung im Fokus, sprich, das Kind durfte alles machen, was es wollte. Das sind natürlich zwei extreme Beispiele, dennoch zeigt sich daran, dass sich Erziehungsstile innerhalb von wenigen Jahren stark verändern können.

Seit den 1980ern ist vor allem ein Erziehungsstil populär, das Motto: Beziehung statt Erziehung. Jedoch sind seitdem die gesellschaftlichen Erwartungen an Eltern gestiegen. Sie müssen sich intensiver mit Themen wie Gesundheit, Ernährung, Nutzung von digitalen Techniken und Medien beschäftigen, um Schritt zu halten. Das kann für einige auf Dauer überfordernd sein. Es ist für junge Eltern oft eine große Hilfe, wenn die Großeltern Verständnis zeigen und sich mit ihnen den neuen Anforderungen annehmen und damit auseinandersetzen.

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