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Erektionsstörungen im Alter – ein Erfahrungsbericht

Erektionsstörungen im Alter – ein Erfahrungsbericht

Sie kamen bereits, als ich knapp über 40 Jahre alt war. Erektionsstörungen. Einfach so und ohne Vorwarnung. Auf einmal ging es los und ich wusste nicht, woher das wohl kam und was ich falsch gemacht habe. Meine Frau meinte noch, dass es doch kein großes Ding wäre. Mich selber hat es jedoch ziemlich aus der Bahn geworfen. Bei den nächsten Malen im Bett war zwar alles wieder normal, doch es wurde häufiger zum Problem.

Psyche ist ein Problem

Dass ich mich dadurch nicht gerade stärker gefühlt habe, ist klar. Ich machte mir sehr starke Vorwürfe, fühlte mich nicht mehr als Mann und auch meine Frau bekam Zweifel, ob ich sie überhaupt anziehend finde. Eine schwierige Situation. Nach einiger Zeit entschloss ich mich, mit meinem Hausarzt darüber zu reden und mich beraten zu lassen. Hier erfuhr ich, dass es sehr viele verschiedene Gründe geben kann. Auslöser können unter anderem Stress und nicht gelöste Traumata sein. Körperlich fühlte ich mich eigentlich ganz normal und gesund. Dennoch können Erektionsstörungen ein Indiz für eine Erkrankung sein.

Wie funktioniert eine Erektion?

Um zu verstehen, wo die Ursachen für eine Erektionsstörung liegen können, hat mir geholfen, dass mir erklärt wurde, wie so eine Erektion überhaupt rein technisch abläuft.

Der Penis besteht aus Schwellkörpergewebe. Das ist aufgebaut wie ein Schwamm. Durch die Erregung erweitern sich die Arterien und es kann mehr Blut in diesen Schwamm gepumpt werden. Dabei helfen der Blutdruck und das Herz. Durch mehr Blut im Schwellkörper werden die Blutgefäße, in denen das Blut normalerweise zurückfließt abgedrückt. Somit erhöht sich der Druck im Schwellkörper und der Penis wird steif. Dieser Vorgang ist also ein umfangreicher Vorgang mit vielen Beteiligten, wie Nerven im Gehirn, Rückenmark und Becken, den Blutgefäßen, Hormonen und nicht zuletzt auch das Herz. Kommt es zu Hormonstörungen, Gefäß- oder Nervenerkrankungen, Blutdruck-, oder Herzerkrankungen kann dieser Vorgang gestört sein. Oft spielen mehrere Faktoren bei Erektionsstörungen eine Rolle.

Behandlungsmöglichkeiten

Auf jeden Fall sollte man einen Arzt zur Abklärung möglicher zusammenhängender Erkrankungen aufsuchen. Dies habe ich nach einer Weile auch getan, weil ich auch endlich einen Grund für diesen Missstand finden wollte. Ähnlich wie bei Hämorriden betrifft das Problem nicht wenige Menschen, wie mir der Arzt versicherte. Alleine diese Aussage beruhigte mich. So klärte er mich dann auch über die verschiedenen Behandlungsmethoden auf. Bekannt war mir eigentlich nur Viagra. Doch wie und warum das wirkt, konnte ich mir erst nach dem Gespräch erklären. Eigentlich arbeitet es nämlich als Wirkstoff zur Behandlung eines Lungenbluthochdruckes. Als eigentliche Nebenwirkung wurde bei den Probanden eine stärkere Erektionsfähigkeit festgestellt und dementsprechend weiterentwickelt. Es gibt wohl auch noch andere Mittel, wie Vardenafil von Levitra oder Tadalafil 20mg von Cialis. Dessen Wirkungsweise ist ähnlich, nur die Dauer und der Stoffwechsel im Körper unterscheiden sich etwas. Alle diese Medikamente verbessern die Erektionsfähigkeit, können aber auch schwierige Nebenwirkungen haben, wie Kopfschmerzen, Seestörungen und Blutdruckschwankungen.

Nachdem ich die Medikamente alle einmal ausprobiert hatte, wollte ich schauen, was ich sonst noch so tun kann, um unbeschwerten Sex mit meiner Frau zu haben. Von einer sogenannten Schwellkörperautoinjektion allerdings hatte ich Angst und habe es deshalb nicht ausprobiert. Hier wird nämlich wird der Wirkstoff per Injektion vor dem Geschlechtsverkehr gegeben. Obwohl dies nicht schmerzhaft sein soll, hatte ich doch zu großen Respekt, mir selber eine Nadel in den Körper zu stecken. Also versuchte ich es mit einer Vakuumpumpe. Ist alles sehr technisch und unromantisch, funktioniert aber. Man stülpt eine Art Zylinder über den Penis und erzeugt damit einen Unterdruck, der den Schwellkörper dehnt. Dadurch strömt Blut hinein. Wenn die Erektion vollständig da ist, wird ein Gummiring über die Penisbasis gestülpt und das Blut im Penis gelassen. Das ist praktikabel und funktioniert. Vor allem muss man keine Medikamente einnehmen. Was es dann noch an Möglichkeiten gibt, habe ich nicht ausprobiert. Zum Beispiel wäre da noch die Schwellkörperprothese, aber dafür müsste ein direkter Eingriff gemacht werden, bei dem die Schwellkörper durch hydraulische Protesenschenkel ersetzt werden. Den kann man dann aktivieren oder abschalten, je nachdem wie man das dann braucht. Aber Roboter werden wollte ich auf keinen Fall.

Ich bin froh, dass ich keine körperlichen Problematiken hatte und mein Problem mit Medikamenten oder auch mal mit der Vakuumpumpe lösen konnte. Damit leben wir nun schon knapp 30 Jahre und das wichtigste war uns immer, dass wir uns lieben und gemeinsam Spaß haben.

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