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Warum Niederlagen wichtig sind - auch für unsere Enkel

Niederlagen

Schluss, aus, vorbei, game over. Noch nie ist die deutsche Mannschaft bei einer WM in der Gruppenphase ausgeschieden. Eine historische Niederlage für den Weltmeister; die ganze Welt lacht. Den bitteren Geschmack der Enttäuschung bekommen wir alle im Leben zu spüren. Was tun, wenn es gar nicht so läuft, wie wir es uns gewünscht haben? Zeit, über den Umgang mit Niederlagen zu reden.

Die Welt dreht sich nicht nur um uns, Ungerechtigkeiten kommen ständig vor, wir müssen alle irgendwann sterben und die Nationalmannschaft hat sich bei der Weltmeisterschaft ziemlich blamiert. Obwohl das Leben von Anfang an aus Enttäuschungen und Rückschlägen besteht, sind auch die älteren Semester unter uns keine Experten im Umgang mit den bitteren Pillen des Lebens. Denn übers Scheitern wird nicht oft genug offen gesprochen. Was können Sie für sich tun, um Niederlagen besser zu verarbeiten?

Nicht wegsehen – Fehlschläge ertragen

Aus Fehlern lernt man, heißt es. Aber das ist nicht zwangsläufig der Fall. Fehler animieren dazu, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Wir haben aber auch die Wahl, diese Chance zu verweigern. Denn Fehler eingestehen und die eigenen Verhältnisse reflektieren, bedeutet auch, den Schmerz des Rückschlags zu ertragen. Nicht alle Menschen machen diesen unbequemen Schritt. Dieser ist aber notwendig, wenn wir über uns hinauswachsen möchten.

Die kritische Stimme beruhigen

Die Stimme in unserem Kopf, die uns ständig mit anderen vergleicht und Urteile fällt, ist nicht ganz fair. Es gibt mehr als die Extreme Erfolg und Scheitern. Ein Fehlschlag ist nicht mehr und nicht weniger als eine Momentaufnahme eines einzigen Aspekts unseres Daseins. Der Kritiker in uns ist leider nicht differenziert genug, um diese Realität so zu erfassen. Er fällt stattdessen verallgemeinernde und vernichtende Urteile über unser gesamtes, persönliches Dasein. Diese bewirken nichts anderes, als unser Selbstwertgefühl zu schwächen. Entlarven Sie die schwarz-weiß-Malerei des inneren Kritikers und setzen Sie sich lieber sachlich und differenziert mit Ihren Fehlschlägen auseinander.

Kintsugi – Zerbrochenes zusammenkleben oder aus Zitronen Limonade machen

Kintsugi bezeichnet in Japan eine Methode zur Reparatur von Keramik und Porzellan. Dabei werden die Schälchen und Vasen so zusammengeklebt, dass die Brüche deutlich sichtbar sind und sogar hervorgehoben werden – im Kleber selbst ist Gold, Silber oder Platin verarbeitet. Damit werden die Brüche und Risse zu einzigartigen ästhetischen Merkmalen hochstilisiert. Aus dieser Kintsugi-Technik leitet sich eine gesamte Lebensphilosophie ab. Misserfolge und Rückschläge sollen demnach akzeptiert und als Chance genutzt werden, etwas Neues aus den Scherben im Leben zu machen. Diese Einstellung ist uns in Deutschland nicht ganz fremd. Wir kennen alle Sprüche wie: „Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade daraus.“. Also, sammeln Sie die Scherben, entsaften Sie Zitronen und machen Sie etwas Wunderbares daraus.

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