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Wenn chronische Schmerzen den Alltag bestimmen

Wenn chronische Schmerzen den Alltag bestimm

Es sticht im Rücken, es zwickt das Knie, es kneift in der Schulter – Schmerzen können überall auftreten und sind ein Alarmsignal des Körpers. Dauern sie länger als sechs Monate an, ist die Rede von chronischen Schmerzen. An diesen leiden laut Deutschem Forschungsverbund Neuropathischer Schmerzen etwa 17 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Die Möglichkeiten, wie Sie chronische Schmerzen behandeln können, sind dabei ebenso vielfältig wie die Ursachen.

Ursachen chronischer Schmerzen

Wer in einem Ratgeber für Schmerzen stöbert, findet eine ganze Reihe verschiedener Auslöser chronischer Schmerzen. Meistens handelt es sich um Erkrankungen, die langwierig verlaufen und teilweise zwar behandelbar, nicht jedoch heilbar sind. Dazu zählen:

  • Arthrose und andere Verschleißerscheinungen am Bewegungsapparat
  • Gefäßerkrankungen wie PAVK (Periphere arterielle Verschlusskrankheit)
  • Nervenschmerzen etwa nach Schlaganfällen oder bei Polyneuropathien
  • Fibromyalgie (starke Muskelschmerzen) und andere chronische Erkrankungen
  • Tumorschmerzen

Aber auch Medikamente – vor allem Schmerzmittel – können chronische Schmerzen auslösen, wenn sie regelmäßig und über lange Zeiträume eingenommen werden. Prinzipiell kann sich aber jeder Schmerz zum chronischen Schmerz entwickeln.

Chronischer Schmerz als Krankheit

Werden die Ursachen für Schmerzen nicht rechtzeitig behoben, können sie sich verselbständigen. Ein sogenanntes Schmerzgedächtnis entsteht. Der Schmerz ist chronisch und zur eigenständigen Krankheit geworden. Gerade Rücken- und Kopfschmerzen, aber auch Nervenschmerzen können leicht zu chronischen Schmerzen werden.

Experten teilen chronische Schmerzen in unterschiedliche Bereiche ein:

  • nozizeptive Schmerzen, bei denen die Verarbeitung der Schmerzimpulse verändert ist,
  • neuropathische Schmerzen (Nervenschmerzen), die durch Schäden am Nervensystem selbst entstehen,
  • Mischformen, bei denen beide Faktoren vorliegen.

Die Folge von andauernden Schmerzen: Der Alltag ist teils massiv beeinträchtigt. Betroffene ziehen sich zurück und leiden zunehmend auch psychisch unter dem chronischen Schmerz und der daraus folgenden, zunehmenden sozialen Isolation.

Was tun bei chronischen Schmerzen?

Sollen chronische Schmerzen behandelt werden, eröffnen sich zahlreiche Wege, die sich jeweils an der Ursache der gesundheitlichen Probleme orientieren. Ansprechpartner sind häufig Hausarzt, Internist oder Orthopäde. Auch eine Vorstellung in einem Schmerzzentrum kann die notwendige Therapie-Lösung finden.

Schmerzen sind ein vielschichtiges Phänomen. Oft gibt es mehr als einen Auslöser. Deshalb geht der Trend heute hin zu interdisziplinären Therapien: Neben Schmerzmedikamenten, medizinischen, physio- und bewegungstherapeutischen Behandlungen kommen bei chronischen Schmerzen oft auch psychologische und verhaltenstherapeutische Maßnahmen zum Einsatz.

Chronische Schmerzen behandeln – Drei Säulen

Schmerzzentren und Schmerzkliniken setzen heute unter anderem auf ein Drei-Säulen-Modell, wenn sie chronische Schmerzen behandeln:

  • medizinische Komponente
  • physikalische und Physiotherapie
  • Psychotherapie

Im Rahmen der medizinischen Komponente erhalten Patienten eine individuelle, auf sie abgestimmte Schmerzmedikation. Gerade wenn Medikamente selbst Auslöser chronischer Schmerzen sind, gehört auch der Entzug dieser zu einer der Säulen. Zusätzlich kann die Gabe verschiedener Medikamente zum Einsatz kommen. Hier werden zur Unterstützung der psychischen Belastung, ausgelöst durch die chronischen Schmerzen, häufig Psychopharmaka verwendet.

Durch Schmerzen entwickeln Patienten oft eine Fehl- und Schonhaltung, die wiederum zu Verspannungen und weiteren körperlichen Beschwerden führt. Die Bewegungstherapie soll den Patienten aus der meist instinktiv ausgeübten Schonung einzelner Körperbereiche oder des ganzen Körpers herausholen und beispielsweise verkrampfte Muskeln lockern.

Die psychotherapeutische Säule ist vor allem dann bei chronischen Schmerzen wichtig, wenn der Patient zusätzlich psychische Probleme aufweist. Depressionen und soziale Isolation sind beispielsweise Themen dieser Komponente und sollen mithilfe von Gesprächen und Therapien verbessert werden.

Der Klassiker: Chronische Schmerzen in Kopf und Rücken

Besonders häufig lassen sich chronische Schmerzen des Rückens und Kopfes beobachten. Hier spielen Haltungsfehler, Dysbalancen und Verspannungen eine große Rolle. Oft ist bei chronischen Schmerzen auch der Muskeltonus (Grundspannung des Muskels) erhöht – und das tut weh. Deshalb gehört zu Schmerztherapien in diesem Bereich neben Bewegungskonzepten, Haltungskorrektur und ähnlichen Maßnahmen auch Entspannung zum Behandlungskonzept.

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