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Aktivkohle: Das steckt hinter diesem Wundermittel

Aktivkohle: Das steckt hinter dem Wundermittel

Das schwarze Pulver ist momentan stark im Trend – in Kosmetik, Lebensmitteln oder Zahncreme. Hersteller von Zahncreme werben mit Aktivkohle als Mittel, das die Zähne reinigt und weiß macht. In der Lebensmittelbranche gilt es als wirkungsvolles Detoxmittel. Jedoch warnen auch Pharmazeuten, dass die Wirkung von Aktivkohle noch nicht wissenschaftlich bewiesen sei. Was also steckt hinter diesem Wundermittel?

Wirkung von Aktivkohle

Aktivkohle ist ein uraltes Arzneimittel, das aus Lindenholz oder Kokosschalen unter starker Hitze gewonnen wird. Beim Erhitzen des Holzes bzw. der Schale verflüchtigen sich alle Begleitsubstanzen und übrig bleibt der Kohlestoff. Zu Beginn wurde die aktive Kohle vor allem gegen Durchfall eingesetzt. Seit dem 17. Jahrhundert ist belegt, dass sie Giftstoffe im Körper absorbieren kann. Lange Zeit gab es Aktivkohle hauptsächlich in Form von Kohletabletten in Apotheken zu kaufen. In der Lebensmittel- und Kosmetikbranche finden wir die Kohle erst seit kurzem. Die Wirkung von Aktivkohle ist auf ihre Oberflächenstruktur zurückzuführen. Das Mittel ist sehr porös und ähnlich wie ein Schwamm besitzt die aktive Kohle unzählige Poren. Deswegen wird sie auch gerne als Wasser- und Partikelfilter in der Wasseraufbereitung oder in Klärwerken verwendet. Im Körper bindet es gefährliche Substanzen aus dem Magen-Darm-Trakt und führt diese ab. Daher wird das schwarze Pulver auch als Detox-Mittel vermarktet.

Das schwarze Pulver in Lebensmitteln

Im Eis, Smoothie oder in der Waffel. Man findet Aktivkohle vermehrt in Lebensmitteln. Jedoch ist die Detox-Wirkung der aktiven Kohle in Lebensmitteln fraglich, denn dort kommt sie nur in geringen Mengen vor. Von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ist Aktivkohle als Lebensmittel als unbedenklich zugelassen. In Lebensmitteln ist es jedoch nicht wirklich entgiftend wirksam, sondern findet vor allem Anwendung als Lebensmittelfarbe. Schwarzes Eis ist kein Ersatz für Kohletabletten aus der Apotheke.

Kosmetik und Zahncreme

In den Drogeriemärkten findet man immer mehr Produkte die das angebliche Wundermittel enthalten. Peelings, Duschgels oder Zahncreme. Peelings mit Aktivkohle sollen die Haut porentief reinigen und Fett binden. Das schwarze Pulver in Zahncremes soll verfärbte Zähne aufhellen, indem Partikel aus Kaffee oder Wein aufgesaugt werden. Beim Kauf einer Zahncreme oder -paste sollte man drauf achten, wie hoch der Relative-Dentin-Abrasion-Wert (RDA-Wert) ist. Liegt dieser unter 70, kann die Zahncreme ohne Bedenken benutzt werden. Bei einem höheren Wert, sollte das Produkt nicht gekauft werden, empfiehlt unter anderem Stiftung Warentest. Leider ist es für Hersteller keine Pflicht diesen Wert anzugeben, weswegen es oft einer längeren Recherche benötigt.

In diesem Fall ist Aktivkohle nicht wirkungsvoll

Es ist ein Arzneimittel, dass dem Körper schädliche Substanzen entziehen kann. Jedoch sollte das Wundermittel auch mit Vorsicht eingenommen werden. Es bindet nicht nur gefährliche Substanzen im Körper, sondern auch Vitamine oder Mineralstoffe, denn es kann nicht zwischen guter und schlechter Substanz unterscheiden. Das kann sich nachteilig bei Menschen auswirken, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen. Auch die Wirkung der schwarzen Zahncreme ist nicht bewiesen. Kritiker sagen, dass diese zu einem erhöhten Abrieb von Zahnschmelz führe. Daher sollte Aktivkohle immer nur in Maßen konsumiert werden.

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