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Depot für Enkelkinder eröffnen – Was ist dabei zu beachten?

Depot für Enkelkinder eröffnen – Was ist dabei zu beachten?

Viele Großeltern machen sich Gedanken darüber, wie sie für ihre Enkel sparen und diesen damit einmal eine Freude machen können. Herkömmliche Geldanlagen bringen heute leider kaum Zinsen, weshalb immer mehr Großeltern ein Aktiendepot für die Enkelkinder in Betracht ziehen. Bei einem Depot für Enkelkinder gibt es folgendes zu beachten.

Welches Sparziel für die Enkel?

Möchte man Geld für die Enkelkinder ansparen, sollte man sich vorab überlegen, wie kurz- oder langfristig, wie sicher oder möglicherweise auch lukrativ die Anlage sein soll.

Kurzfristig

Sollen die Kindeskinder regelmäßig eine gewisse Geldsumme zur freien Verfügung haben, können Oma und Opa wöchentlich oder monatlich Taschengeld auf ein Kindergirokonto ein-zahlen.

Kurz- und mittelfristig

Geldgeschenke kann man auf einem Tagesgeldkonto sicher angelegen. Die Zinsen sind zwar nicht hoch, doch das Geld ist dafür jederzeit verfügbar, nicht gebunden.

Langfristig

Möchten die Großeltern langfristig anlegen, können ETFs eine vielversprechende Option sein. Großeltern, die mit dem Börsenmarkt vertraut sind, entscheiden sich aber auch sehr oft für den direkten Aktienhandel an der Börse.

Ein Depot für Enkelkinder erfolgreich anlegen – die Anleitung

Hat man sich für das Depotsparen entschlossen, stehen noch weitere Entscheidungen an. Dabei sollte man mit Bedacht vorgehen.

Entscheidung über die Investition

Möchten Großeltern in ETFs investieren, ist das eine ziemlich wertstabile Option. Dennoch sind die Rendite beim Aktienhandel meist lukrativer. Wer direkt an der Börse Aktien für die Enkel kaufen möchte, sollte allerdings auf ein sicheres Pferd setzen – besonders dann, wenn das Investment lange Jahre im Depot ruhen soll.

Wahl eines geeigneten Depot-Anbieters

Auch die Wahl des Depotanbieters kann Einfluss auf den Wertzuwachs nehmen. Je teurer die Depotführungsgebühren und die Transaktionskosten oder Orderentgelte, desto weniger bleibt unterm Strich von Gewinnen übrig. Ein günstiges Kinderdepot ist daher ein Muss.

Depoteröffnung

Vor der Eröffnung eines Junior Depots müssen die Eltern des jeweiligen Kindes zustimmen und eine Geburtsurkunde für die Eröffnung zur Verfügung stellen. Da die Vermögenssorge Teil des Sorgerechtes ist, dürfen Großeltern hierbei nicht im Alleingang agieren. Eine andere Möglichkeit ist es, die Eltern das Junior Depot eröffnen zu lassen und den Großeltern eine Vollmacht dafür zu erteilen.

Unterschiede bei der Geldanlage-Strategie

Bei ETFs unterscheidet man zwischen zwei Anlagestrategien: dem ETF-Sparplan und dem ETF-Depot. Ersteres ist für regelmäßiges Sparen ausgelegt – Gewinne werden immer wieder reinvestiert. Beim Depot hingegen können Großeltern flexibel Beträge einzahlen. Besonders häufig starten sie dabei mit einer großen Summe, die den Stein ins Rollen bringt, und stocken das Depot dann zu Geburtstagen oder zu Weihnachten mit Sonderzahlungen auf.
Ein Aktiendepot funktioniert ähnlich wie das ETF-Depot. Auch hierbei sind die Summen flexibel einzahlbar. Möchten Großeltern diesen Weg gehen, sollten sie die Wertpapiere im Depot aber dauerhaft im Blick haben und gegebenenfalls selbst Aktien verkaufen und kaufen können. Bei ETFs übernimmt dies ein Broker oder ein automatisiertes System für die Kunden.

In welchem Namen sparen – Pro & Contra

Wenn Großeltern für die Enkel sparen möchten, stellt sich dabei immer eine Frage gleich zu Anfang: Auf wessen Namen soll offiziell gespart werden? Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Die- oder derjenige Großelternteil, der das Depot eröffnet, eröffnet es auf den eigenen Namen und überträgt das Depot später einmal auf das Enkelkind. Oder aber die Person, welche die Einzahlungen leisten wird, lässt das Depot direkt auf den Namen des Kindes eröffnen.

Im eigenen Namen

Vorteile

Tritt ein finanzieller Notfall ein, können die Depotinhaber über das einbezahlte Geld verfügen, indem sie Aktien abtreten und das Depot auflösen.

Nachteile

Schließt man ein Depot auf den eigenen Namen ab, wird mit den Renditen auch Kapitalertragssteuer fällig, sobald man den Schwellenwert für den Freibetrag überschreitet. Wer selbst noch andere Depots hat, kommt daher oft nicht um die Zahlungen an das Finanzamt herum.
Zudem muss das Depot später einmal auf das Enkelkind übertragen werden. Dies ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Auch das Vererben eines Aktiendepots ist möglich.

Im Namen des Kindes

Vorteile

Lautet das Depot auf den Namen des Enkels müssen die Großeltern keine Kapitalertragssteu-er abführen. Dies muss das Kind tun, sobald seine Kapitalerträge 801€ pro Jahr überschreiten. Die potentielle Steuerlast ist der Grund, weshalb die Entscheidung für oder gegen ein Depot den Eltern obliegt.
Zudem ist das Geld im Depot für das Kind gesichert (mündelsicher). Werden die Großeltern beispielsweise gepfändet, kann nicht auf das Vermögen des Enkels zugegriffen werden.

Nachteile

Ziel des Sparens für die Enkel ist es, ihnen ein finanzielles Polster zu schaffen. Doch mit einer stattlichen Geldanlage im Gepäck tun die Enkel sich später einmal schwer beim Beantragen von BAföG. Für die Berechnung werden nämlich sämtliche Geldanlagen der beantragenden Person zugrunde gelegt. Ein gut gefülltes Depot kann dann also dazu führen, dass das Kin-deskind keine staatliche Unterstützung während Ausbildung oder Studium bekommt. In diesem Fall muss das von den Großeltern erwirtschaftete Kapital genutzt werden, um die Lebenshal-tungskosten zu sichern.
Besonders brenzlig wird es, wenn das begünstigte Enkelkind gar nichts vom eigenen Depot weiß. Ist das der Fall, kann es zur Bewilligung von BAföG kommen, gefolgt von hohen Rück-zahlungen, wenn das Geld entdeckt wird.
Letztlich müssen auch die Eltern der Eröffnung des Kinderdepots zustimmen. Das macht die Eröffnung des Depots komplizierter. Ebenso können Oma oder Opa nicht über das einbezahlte Geld verfügen, wenn ein finanzieller Notstand dies erforderlich machen sollte.

Als Geldanlage für die Enkelkinder nicht zu empfehlen

Die erste Anlaufstelle von Großeltern, die für die Enkel sparen möchten, ist oft die Hausbank. Gerne drehen einem die Berater doch sogenannte Ausbildungsversicherungen oder Kinder-schutzbriefe an. Diese Anlagemodelle koppeln das Sparen und das Versichern aneinander. Experten raten davon jedoch ab. Leben die Großeltern ab, müssen die Enkel diese Versiche-rungen dann nämlich bis zum eigenen Renteneintritt aus ihrer eigenen Tasche weiterzahlen.

Auch der Bausparvertrag kommt immer mehr aus der Mode. Dieser lohnt sich nur, wenn das Enkelkind den Bausparkredit nutzt und diesen mit niedrigen Zinsen tilgen kann. Möchten oder brauchen die Begünstigten dies nicht, erhalten sie die einbezahlte Summe. Aufgrund der niedrigen Zinssätze wächst diese im Bausparer aber nicht beträchtlicher an als in anderen siche-ren, aber unprofitablen Geldanlagen. ETF-Sparpläne und Depots für Kinder sind daher meist die sinnvollste Wahl.

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