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Heimweh bei Kindern: Was kann helfen, was sind Lösungen?

Heimweh bei Kindern

Oh, wie aufregend! Das Enkelkind darf zum ersten Mal bei Oma und Opa übernachten. So ein erstes „fremdes“ Übernachten kann für das Kind sehr aufregend sein. Manche Enkel nehmen die Trennung von den Eltern und vom Zuhause recht locker, andere wiederum sind dabei von einem ganz besonderen „Leiden“ betroffen: Dem  Heimweh. Heimweh bei Kindern kann manchmal so stark werden, dass den Großeltern nichts anderes übrig bleibt, als das Kind nach Hause zu den Eltern zu bringen. Aber es gibt einige Dinge, die Sie machen können, um das Heimweh beim Kind zu lindern oder gar zu „heilen“.

Warum entsteht Heimweh?

Das erste Mal ohne die Eltern – allein – von zu Hause weg zu sein, kann für Ihr Enkelkind zu einer großen Herausforderung werden. Auch wenn Oma und Opa natürlich vertraute Personen sind, gilt dennoch: Alles ist anders.  Der Besuchstag ist aufregender, der Rhythmus bei Oma und Opa ist ein anderer, das Essen ist anders, das Gute-Nacht-Ritual wird anders gemacht, das Bett riecht anders und fühlt sich ungewohnt an.  Bei Kindern, die sehr sensibel auf Veränderungen reagieren, kann dann plötzlich der Wunsch entstehen, das Gewohnte zurück zu bekommen. Es kann auch passieren, dass das Heimweh bei Kindern durch die Eltern selbst ausgelöst wird: Der Gute-Nacht-Anruf der Eltern vor dem zu Bett gehen, kann fatale Folgen haben: Das Enkelkind möchte abbrechen und auf der Stelle zurück nach Hause. Was nun tun?

Wussten Sie schon?

Erfahrungsberichte zeigen, dass etwa 10% der Kinder von akutem Heimweg befallen sind.

Was Großeltern tun können

Das heimwehkranke Enkelkind zu bemuttern und zu bedauern, ist nicht der richtige Weg, sondern verstärkt das Heimweh nur. Besser ist es, das Enkelkind mit spannenden Aktivitäten abzulenken oder ihm verantwortungsvolle und wichtige  „Aufgaben“ zu übertragen.  Lassen Sie doch einfach Ihr Enkelkind während seines Besuches bei den Großeltern für das Katze füttern oder Blumen gießen zuständig sein. Auch das „Entfliehen“ aus der akuten Heimweh-Situation kann helfen: Machen Sie es sich z.B. bewusst auf dem Sofa gemütlich, mit leckeren Knabbereien, einem spannenden Vorlesebuch oder einem Fotoalbum und starten Sie eine spannende Vorlesestunde. So lenken Sie Ihr Enkelkind von seinem „Kummer“ ab und schaffen eine positive Atmosphäre.

Weitere Tipps gegen Heimweh:
  • Das Enkelkind sollte mitentscheiden
    Das Enkelkind sollte im Vorfeld mit den Eltern zusammen, das Übernachten bei Oma und Opa besprochen und entschieden haben. Eine Entscheidung, ohne diese vorher mit dem Kind abgesprochen zu haben, ist keine gute Idee. Ein Kind sollte nur dann allein woanders übernachten, wenn es das auch wirklich selbst möchte.
  • Die Eltern sollten beim ersten Versuch in der Nähe sein
    Im Notfall müssen die Eltern erreichbar sein. Die kleinen „Urlauber“ müssen sich auch auf Mama und Papa verlassen können, wenn diese nicht anwesend sind. Wenn also beim ersten Mal „alle Stricke“ reißen, muss der Übernachtungsversuch auch wieder abgebrochen werden können
  • Über Rituale informieren
    Lassen Sie sich von den Eltern über bestimmte (wichtige) Rituale des Essens oder des Einschlafens informieren. Die eigenen Kuscheltiere, Schnuffeldecken, Kissen, Nachtlichter  oder Einschlafmelodien der Enkelkinder sollten immer eingepackt sein.

Wenn nichts mehr geht

Ist die „Krankheit“ Heimweh ganz schlimm und es hilft weder gutes Zureden noch Ablenkung, dann sollten Sie Ihr Enkelkind abholen lassen bzw. zu den Eltern zurückbringen.  Man sollte ein Kind nicht dazu zwingen. Vor allem sollten Sie Ihrem Enkelkind ein solches  „Kapitulieren“ vor dem Allein-Übernachten nicht übel nehmen. Es geht nicht gegen Sie! Vielleicht braucht Ihr Enkel einfach ein wenig mehr Zeit, um sich von den Eltern zu lösen

Übrigens: Sind die Eltern erst informiert und unterwegs zum Abholen, kann es sein, dass Sie Ihr Enkelkind im schönsten Spiel vorfinden und es plötzlich gar nicht mehr mitfahren will. Die Tatsache, dass die Eltern zum Abholen kommen, hat es gänzlich entspannt. In diesem Fall sollten Sie jedoch konsequent bleiben.  Die einmal getroffene Entscheidung Ihres Kindes sollte seine Gültigkeit behalten. Ein neuer Versuch kann ja jederzeit wieder gestartet werden.

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