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Interview mit Jürgen Hingsen: "Sportliches Fördern ist immer gut"

Jürgen Hingsen ist ehemaliger Leistungssportler und Opa. Im Interview mit grosseltern.de erzählt der 62-Jährige von seiner eigenen Kindheit. Dass er Leistungssportler wurde, verdankt er auch seinem Vater, der ihn immer unterstützt und gefördert hat. Obwohl seine Karriere als aktiver Leistungssportler schon vorbei ist, macht er täglich Sportübungen. Er verrät uns, wie auch andere Großeltern ein Sportprogramm im stressigen Alltag integrieren können.

Herr Hingsen, erinnern Sie sich noch an Ihre eigenen Großeltern?

Jürgen Hingsen: Ja, ich hatte zwei Grosseltern, die mich in meiner Kindheit begleitet haben. Vor allem an Opa Heinrich, mit dem ich in den Rheinwiesen Drachen steigen ließ und Flugzeuge bastelte.

Was verbinden Sie mit Ihrer Kindheit?

Hingsen: Ich war ein sehr behütetes Einzelkind. Ich bin durch meinen Vater Heinz sehr unterstützt worden. Er war auch die Triebfeder meines sportlichen Erfolgs, indem er mich zum Beispiel im Alter von fünf Jahren mit zum Waldlaufen nahm. Außerdem haben wir ständig sehr viel Zeit mit vielen sportlichen Aktivitäten verbracht. Dazu gehörten Fußball spielen, schwimmen, Turnverein, Radtouren, Federball, Schlittenfahren, Skifahren in den Winterferien – auch zusammen mit meinen Onkel und Tanten. Er hat mir auch das Schachspielen beigebracht!

Meine Mutter war eine sehr gute Köchin, vor allem wenn es um Hausmannskost ging. Die wirtschaftliche Situation war bescheiden, aber wir wussten damit umzugehen.

Wie häufig sehen Sie ihre Enkelkinder?

Ich habe meine Enkeltochter Vivienne, die erst neun Monate alt ist und die ich wegen Corona leider im Augenblick seltener zu Gesicht bekomme. Meine Lebensgefährtin Francesca hat zwei Enkelkinder, Anton (vier Jahre) und Sophia (sieben Jahre). Da sie in unmittelbarer Nachbarschaft leben, sehen wir sie etwas öfter, allerding fordert Corona auch hier seinen Tribut. Zur Zeit treffen wir sie nur draußen, oder vereinzelt mit Mund- und Nasenschutz zu Hause.

Als ehemaliger Leistungssportler – welche Erfahrungen geben Sie ihren Enkelkindern mit auf den Weg?

Man sollte kein Kind zwingen Leistungssport zu betreiben. Sportliches Fördern ist immer gut, egal ob es Laufen, Schwimmen oder Skifahren ist. Wichtig ist zu erkennen, inwieweit ein Kind sich gerne bewegt und auch Ziele für sich erkennen kann.

Wie halten Sie sich fit?

Zweimal pro Woche Radfahren (Mountainbike) für zwei bis drei Stunden und zwei mal pro Woche gezieltes Krafttraining in Kombination mit Dehnungs- und Mobilitätsübungen. Durch Corona sind Übungen leider nur zuhause machbar, ansonsten mache ich das mit Spezialgeräten im FPZ Trainingszentrum Köln und bei Medaix Therapie Zentrum Köln.

Wirbelsäulen-Gymnastik, Bauch- und Rückenübungen sind für mich ein tägliches Muss.

Was würden Sie Großeltern raten, die sich fit halten wollen, aber aufgrund eigener Berufstätigkeit, der Pflege der Eltern oder dem Aufpassen auf die Enkelkinder wenig Zeit haben?

Es gibt ein von mir und dem FPZ entwickeltes Multi-Fit-Programm, was man zuhause vor dem Fernseher machen kann. Dazu muss man sich zum FPZ Online-Kurs anmelden. Das Programm geht über zehn Wochen und ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene ideal umzusetzen und wird von den meisten Krankenkassen übernommen.

Außerdem sollte man täglich zehn Minuten ein paar Übungen machen, zum Beispiel Liegestütze und Wirbelsäulengymnastik. Man kann sich die entsprechenden Übungen auch bei YouTube ansehen.

Machen Ihre Enkelkinder auch schon mal Sport mit Ihnen?

Nein, meine Enkeltochter Vivienne ist ja erst neun Monate alt. Aber die Enkelkinder meiner Lebensgefährtin Francesca sind sportlich. Da gebe ich natürlich Hilfestellung.

Vielen Dank für das Gespräch!

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