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Organspender werden: Das sollten Sie zur aktuellen Debatte wissen

Organspender werden

In den letzten Tagen wurde viel über das Thema Organspende in den Medien diskutiert. Die Zahle der Organspender unterliegt bei weitem der Zahl der Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Der Gesundheitsminister Jens Spahn sieht darin ein Problem, dem er mit einer neuen Regelung entgegenwirken will. Das Problem ist, dass es in Deutschland zu wenige Menschen gibt, die einen Organspendeausweis haben und ohne die ausdrückliche Einwilligung gesetzlich keine Organe gespendet werden können. Künftig soll nun jeder Deutsche automatisch Spender sein, solange er oder Angehörige nicht ausdrücklich widersprechen. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zu der aktuellen Debatte und zum Thema Organspender werden zusammengefasst.

Die Zahl der Organspender ist in den vergangenen Jahren gesunken. Laut Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation gab es im vergangenen Jahr nur 797 Organspender in Deutschland. Dem gegenüber stehen etwa 10.000 Menschen, die auf ein Spendeorgan warten. Für den Gesundheitsminister Jens Spahn sind diese Zahlen alarmierend, weswegen er eine neue Regelung vorschlägt.

Die aktuelle Regelung

Spendeorgane können von Menschen entnommen werden, die hirntot sind. Dafür müssen zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod feststellen. In Deutschland sieht es die Regelung vor, dass der Patient ausdrücklich vor einem Hirntod der Organspende zustimmt. Seit November 2012 wird daher jeder Krankenversicherte regelmäßig angeschrieben und gefragt, ob seine Organe im Todesfall gespendet werden dürfen. Dafür gibt es den Organspendeausweis. Wenn die betroffene Person der Organspende zu Lebzeiten nicht zugestimmt hat, können die Angehörigen gefragt werden, ob sie einer Spende zustimmen. Wenn eingewilligt wird, dann wird der Spender auf Tumorerkrankungen und Infektionen untersucht. Das soll sicherstellen, dass der Empfänger nicht gefährdet wird.

Die Widerspruchslösung

In einigen europäischen Ländern wie Österreich, Spanien oder Belgien gibt es bereits die Widerspruchslösung, für die sich auch Jens Spahn stark macht. Widerspruchslösung heißt, dass jeder von Geburt an als Organspender zählt. Wer keine Organe spenden möchten, muss dem ausdrücklich widersprechen. Das heißt, während aktuell Personen einer Organentnahme bei Lebzeiten schriftlich zustimmen müssen, wäre es bei der Widerspruchslösung genau umgekehrt. Man braucht nur dann eine schriftliche Erklärung, wenn man mit der Spende nicht einverstanden ist. Dennoch wird in den Ländern, in denen diese Regelung bereits gültig ist, erst einmal das Gespräch mit den Angehörigen gesucht, bevor Organe des Verstorbenen entnommen werden.

Altersgrenze für Organspende

Eine Altersgrenze für die Organspende gibt es nicht. Entscheidend sind das biologische Alter und der Gesundheitszustand des Menschen. Auch eine Person mit 70 Jahren kann noch eine Niere spenden und damit einer anderen Person ein besseres Leben ermöglichen. Lediglich bei Hauttransplantionen gibt es eine Obergrenze von 75 Jahren. Die zentrale Vermittlungsstelle „Eurotransplant“ hat zudem ein spezielles Programm entwickelt, um den richtigen Organspender zu finden. Demnach werden Organe älterer Menschen auch älteren Patienten auf der Warteliste vergeben. Bei Minderjährigen spielt das Alter ebenfalls keine Rolle. Lediglich bei Kindern unter 14 Jahren müssen die Erziehungsbeauftragten über eine Organspende entscheiden. Ab 14 Jahren können Kinder einer Organspende selbst widersprechen und ab 16 Jahren unabhängig der Erziehungsbeauftragten einer Spende einwilligen.

Für Gesundheitsminister Jens Spahn geht es vor allem darum, eine öffentliche Diskussion zum Thema Organspende anzuregen. Die Widerspruchslösung soll nun im ersten Schritt im Bundestag diskutiert werden. Die Stimme der Kanzlerin, dass die Regelung zur Organspende neu verhandelt werden muss, hat Jens Spahn bereits.

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