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Pflegende Angehörige: Wenn Oma auch die eigenen Eltern pflegt

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Für viele ist es ein schwieriges Thema und eine noch viel schwierigere Entscheidung – soll man seine Eltern pflegen oder sie ins Pflegeheim schicken. Es ist nicht nur eine finanzielle Entscheidung, die man zu einem gewissen Zeitpunkt treffen muss, sondern auch eine emotionale. Die eigenen Eltern gegen ihren Willen ins Pflegeheim zu stecken, fällt vielen schwer. Also kümmern sich die Kinder um ihre pflegebedürftigen Eltern selbst. Immerhin haben sie einen groß gezogen und ein Leben lang unterstützt. Wer aber selbst Oma oder Opa ist, möchte auch die freie Zeit mit seinen Enkelkindern verbringen. Wie kann man das alles unter einen Hut bringen als pflegende Angehörige, ohne an der Last, die einem auf den Schultern liegt, zu zerbrechen?

Was ist mit Auszeiten?

Die Pflege der eigenen Eltern verlangt einem viel Zeit ab. Frühstück zubereiten, Anziehen, Geschirr spülen, Putzen, Wäsche waschen, kochen, Ärzte besuchen, einkaufen gehen und bei der Körperpflege unterstützen – diese Liste von Tätigkeiten könnte noch lange weiter geführt werden. Die Pflege von Angehörigen ist kein Zuckerschlecken, weswegen sich viele dafür eine Auszeit nehmen. Dabei haben Angehörige verschiedene Möglichkeiten. Sie können eine kurze Auszeit von zehn Arbeitstagen nehmen oder sich bis zu sechs Monaten für die Pflegezeit von der Arbeit freistellen lassen. Bei der Begleitung in der letzten Lebensphase haben die Angehörigen von Pflegebedürftigen die Möglichkeit, sich vollständig oder teilweise für maximal drei Monate von der Arbeit freistellen zu lassen. Wer sich länger um seine Angehörigen kümmern möchte, sollte Familienpflegezeit beantragen. Währenddessen können Sie ihre Arbeit für bis zu 24 Monate auf 15 Wochenstunden reduzieren.

Man sollte kein schlechtes Gewissen haben

Es bringt Ihnen nichts, wenn Sie sich bemühen Ihre Eltern zu pflegen, aber es eine starke physische wie psychische Belastung ist. Man darf sich zugestehen, dass man die Pflege nicht alleine schafft und vielleicht lieber die Zeit mit den Enkelkindern verbringen möchten. Es hilft frühzeitig mit der Familie darüber zu reden, um Aufgaben klar aufzuteilen. Niemand sollte die Angehörigen alleine pflegen müssen. Viele reden sich ein, dass sie die eigenen Eltern daheim pflegen müssen. 2015 waren es beispielsweise 73 Prozent, die daheim gepflegt werden. Viele sehen auch aus finanziellen Gründen gar keine andere Lösung. Versuchen Sie das Thema Pflege also frühzeitig mit den Eltern und Geschwistern zu besprechen.

Ur-Enkelkinder sollten Zeit mit den Ur-Großeltern verbringen

Für kleine Kinder ist es schwer zu verstehen, wenn ältere Menschen Windeln tragen müssen und nicht mehr spazieren gehen können. Dennoch sollte man den eigenen Enkelkindern die Möglichkeit bieten, mit den Ur-Großeltern Zeit zu verbringen. Sie werden später dafür dankbar sein. Fragen Sie die Eltern der Enkel, ob es in Ordnung ist, dass die Enkel einen Nachmittag im Monat Sie bei der Pflege unterstützen. Und achten Sie auch darauf, dass Ihnen die Zeit mit den Enkelkindern nicht zu Lasten der Pflege verloren geht. Im Idealfall findet man einen Weg, beides miteinander zu verbinden.

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