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Altersdiabetes – alles Wichtige im Überblick

Woran erkenne ich Altersdiabetes, wann sollte ich deswegen zum Arzt und wie lässt sich Diabetes behandeln?

Altersdiabetes entwickelt sich schleichend und fällt deshalb nicht sofort auf. Schäden kann er aber unerkannt auch schon im frühen Stadium verursachen. Lesen Sie hier, woran sich Altersdiabetes erkennen lässt, wann Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten es bei Diabetes gibt.

Was ist Altersdiabetes?

Altersdiabetes wird der Diabetes Typ 2 genannt, weil er hauptsächlich ältere Menschen betrifft.[1] Er zeichnet sich dadurch aus, dass der Körper zwar noch Insulin produziert. Jedoch nimmt die Empfindlichkeit der Zellen auf den Botenstoff ab – und damit auch die Wirksamkeit des Insulins. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel im Körper nach Mahlzeiten ungewöhnlich hoch und lange an, obwohl die Bauchspeicheldrüse anfangs mit vermehrter Insulinbildung gegensteuert.

Wird Altersdiabetes nicht durch eine Blutzuckerkontrolle entdeckt, wird die Bauchspeicheldrüse durch die Mehrarbeit für die erhöhte Insulinmenge irgendwann überlastet und stellt im schlimmsten Fall die Bildung des Hormons komplett ein. Dadurch steigen die Werte im Blut noch weiter.

 

Altersdiabetes erkennen

Da der Typ-2-Diabetes anfangs kaum und eher unspezifische Symptome verursacht, vergehen im Schnitt fünf bis zehn Jahre, bevor er diagnostiziert wird.[2] Ist der Blutzucker jedoch dauerhaft erhöht, kann er vor allem Adern und Nerven schädigen, was dann zu den typischen Symptomen – etwa zum diabetischen Fuß – führt.

Schon deutlich vor solchen massiven Schäden im Körper zeigen sich subtilere Symptome, die auf Altersdiabetes hinweisen. So fühlen sich Betroffene oft müde, schlapp und abgeschlagen, ohne dass sich dafür im Alltag ein Grund finden lässt. Außerdem erhöht Diabetes die Anfälligkeit für Infektionen, sodass Patienten häufiger krank werden und sich auch leichter Pilzerkrankungen zuziehen, die von einem angeschlagenen Immunsystem profitieren. Verletzen sich Betroffene, heilen die Wunden schlechter. Sehstörungen oder eine Neigung zu Krämpfen in der Skelettmuskulatur können ebenso mit erhöhten Zuckerwerten verbunden sein.

In der Regel sind Diabetiker tendenziell zwar eher übergewichtig. Mit den entgleisten Zuckerwerten können Betroffene aber auch plötzlich an Gewicht verlieren, ohne dass sie Diät halten.

Ein recht eindeutiges Symptom bei Diabetes Typ 2 ist dagegen ein gesteigertes Durstgefühl. Gleichzeitig wird mehr Wasser ausgeschieden. Die Blase drückt also öfter. Dabei liegt das häufige Wasserlassen nicht nur an der erhöhten Zufuhr durch den Durst. Der Körper verliert insgesamt vermehrt Flüssigkeit. In der Folge zeigt vor allem eine sehr trockene Haut an, dass Flüssigkeit fehlt.

 

Diabetes – wann zum Arzt?

Altersdiabetes heilt nicht von allein und kann im Körper massive Schäden anrichten. Daher gibt es keine Frist, ab wann Sie zum Arzt gehen sollten. Haben Sie den Verdacht, dass Sie an Diabetes Typ 2 leiden oder stellen Sie einige der oben genannten Symptome bei sich fest, sollten Sie auf jeden Fall umgehend bei Ihrem Arzt vorstellig werden und Ihre Zuckerwerte kontrollieren lassen.

 

Altersdiabetes behandeln

Hat der Arzt über Blut- und Urinwerte Altersdiabetes festgestellt, untersucht er die Patienten noch auf typische Organschäden, die im Rahmen der Erkrankung auftreten können, etwa in Niere, Augen, Nerven und Blutgefäßen.

Erst mit dem kompletten Befund bekommen die Patienten dann einen individuellen Behandlungsplan, der auf drei Säulen ruht: Medikation, Ernährung und Bewegung.

 

Medikamente bei Altersdiabetes

Der erhöhte Blutzuckerspiegel bei Altersdiabetes lässt sich je nach Befund auf verschiedene Weisen behandeln. Produziert der Körper noch Insulin, kommen in der Regel Antidiabetika zum Einsatz, die eine Überzuckerung mindern und so die Last auf dem Stoffwechsel und vor allem auf der Bauchspeicheldrüse verringern sollen. Diese Medikamente setzen unter anderem an der Zuckeraufnahme im Darm, Zuckerbildung in der Leber und Zuckerausscheidung über die Niere an. Andere Präparate machen die Körperzellen wieder sensibler auf Insulin oder regen die Bildung des Hormons in der Bauchspeicheldrüse an.

Reichen diese Mittel bei Altersdiabetes nicht mehr aus, verordnen Mediziner eine Insulintherapie, die auf verschiedenen Insulinformen aufbaut. Anstelle der Einnahme von Antidiabetika wird dabei Insulin gespritzt.

Eine individuelle Therapie kann außerdem Antidiabetika und die Gabe von Insulin für die Behandlung des Altersdiabetes kombinieren.

 

Ernährung und Bewegung bei Altersdiabetes

Die Ernährung bei Altersdiabetes zielt zum einen darauf ab, eine Überlastung des Kohlenhydratstoffwechsels durch kurzkettige Zucker zu vermeiden, und zum anderen – soweit nötig – das Gewicht zu reduzieren. Daher empfehlen Mediziner eine gesunde Vollkost mit etwa 50 Prozent Kohlenhydraten, die vor allem Lebensmittel mit komplexen Formen liefern sollen, also etwa Vollkornbrot, Vollkornmüslis, Kartoffeln und Obst.[3] Dazu kommen Gemüse, wertvolle Pflanzenöle, Fisch und hochwertige Proteinquellen wie Milchprodukte und helles Fleisch.

Zur neuen Lebensweise gehört außerdem ein Bewegungsprogramm. Dabei kommt es weniger auf die genaue Sportart an, sondern vielmehr darauf, dass sich die Patienten regelmäßig bewegen. So können Sie gegen Altersdiabetes beispielsweise walken, schwimmen, wandern oder Rad fahren.

 

 

[1] „Typ-2-Diabetes (‚Altersdiabetes‘)“. Internisten-im-netz.de, https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/diabetes-mellitus/typ-2-diabetes-altersdiabetes.html. Zugegriffen 13. März 2024.

[2] „Was ist Typ-2-Diabetes?“ Internisten-im-netz.de, https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/typ-2-diabetes/was-ist-typ-2-diabetes. Zugegriffen 13. März 2024.

[3] „Typ-2-Diabetes: Nichtmedikamentöse Therapie“. Internisten-im-netz.de, https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/typ-2-diabetes/nichtmedikamentoese-behandlung.html. Zugegriffen 13. März 2024.

Foto von Askar Abayev

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