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Fahreignung von Senioren – soll man das testen lassen?

Fahreignung von Senioren – soll man das testen lassen?

Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob hochbetagte Verkehrsteilnehmer – zu denen auch ich mich inzwischen zählen darf (oder muss) – zu regelmäßigen Tauglichkeitstests zur Überprüfung der Fahreignung verpflichtet werden sollten.

Die Unfallzahlen älterer Verkehrsteilnehmer sind dabei nicht unbedingt aussagekräftig. Obwohl ein Viertel der 65 Millionen Führerscheinbesitzer in Deutschland 65 Jahre und älter ist, sind sie an nur zwölf Prozent der Unfälle beteiligt. Allerdings legen ältere Autofahrer auch weniger Kilometer zurück – was wiederum die Verkehrssicherheit beeinflusst.

Einen Pflichttest für die Fahreignung von Senioren gibt es nicht.  Viele Senioren sind aber durchaus willens, ihre Fähigkeiten in Sachen Autofahren überprüfen zu lassen. In der Schweiz oder in Dänemark ist dies seit langem üblich. Bei einer Umfrage der Dekra unter 1.000 Verkehrsteilnehmern sprachen sich 64 % der über 60-Jährigen für eine Pflichtuntersuchung aus. Für einen freiwilligen Test plädierten sogar 69 %.

Die Deutsche Gesellschaft für Verkehrspsychologie empfiehlt einen Gesundheitscheck ab dem 60. Lebensjahr zu machen und alle fünf Jahre zu wiederholen, ab dem 70. Lebensjahr alle 24 Monate.

Bei Fahrtests für Senioren gibt es keine einheitlichen Kriterien. Deshalb haben Verkehrsclubs, Fahrlehrerverbände oder Prüforganisationen wie TÜV oder Dekra eigene Angebote, die sich aber erheblich unterscheiden, auch in den Kosten, die schon einmal um fast 100 Euro differieren können.

Der Gesundheitscheck der Dekra orientiert sich an der gängigen medizinisch psychologischen Untersuchung, im Volksmund »Idiotentest« genannt. Er ist aber speziell auf Senioren zugeschnitten. Zu Beginn sollen die Teilnehmer zunächst eine Selbsteinschätzung abgeben. Anschließend wird diese bei einem computergestützten Reaktionstest und einer ärztlichen Untersuchung mit der Realität verglichen.

Der ADAC bietet gemeinsam mit dem Fahrlehrerverband einen Fahr-Fitness-Check an. Bei diesem Angebot kommt ein Fahrlehrer nach Hause und fährt als Beifahrer auf der Hausstrecke mit. Die anschließende Beurteilung über die Fahrtüchtigkeit erfolgt absolut vertraulich.

Das empfiehlt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR):
  • Sehtest: Autofahrer ab 40 Jahren sollten einmal im Jahr ihre Sehschärfe bei Dämmerung und Nacht überprüfen lassen.
  • Hörtest: Ab 60 Jahren wird das Gehör zunehmend schwächer und sollte alle zwei Jahre überprüft werden.
  • Reaktionstest: Ab 60 Jahren empfiehlt es sich, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Reaktionsgeschwindigkeit regelmäßig testen zu lassen. Zuständig dafür sind z.B. Begutachtungsstellen für Fahreignung (TÜV, Dekra).
  • Fahrstunden: Wer lange nicht gefahren ist, kann eine Auffrischung der Verkehrsregeln und eine Probefahrt in Fahrschulen buchen. Auf Übungsplätzen können brenzlige Situationen in einer sicheren Umgebung geprobt werden, etwa beim Fahrlehrerverband.

Übrigens: Ich habe einen solchen freiwilligen Selbsttest gemacht. Und mit Bravour bestanden. Ein gutes Gefühl. Denken Sie also einmal darüber nach.

 

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