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Trennung im Alter: Wenn es doch nicht bis ans Lebensende hält

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Früher wurde der Schwur „Bis der Tod uns scheidet“ in den meisten Fällen wörtlich genommen, das ist jedoch längst nicht mehr die Regel. Selbst langjährige Ehen und Partner im fortgeschrittenen Alter trennen sich immer häufiger. Gerade wenn man viele Jahrzehnte miteinander verbracht hat, kann eine Trennung besonders schmerzhaft sein. Viele fallen zunächst einmal in ein seelisches Loch. Und auch finanziell kann eine Scheidung zu Problemen führen. Wir klären alle Fragen rund um das Thema Scheidung und Trennung im Alter.

Auch eine langjährige Ehe garantiert längst nicht mehr, dass diese auch für immer hält. Immer mehr Paare, auch im höheren Alter, lassen sich scheiden. Das ist schade und in vielen Fällen sehr schmerzhaft. Eine unglückliche Ehe, in der man sich einfach nicht mehr wohl fühlt, bis ans Lebensende fortführen zu müssen, kann jedoch auch nicht die Lösung sein.

Gründe für eine Trennung im Alter

Doch wie kommt es dazu, dass man nach so vielen Jahren nicht mehr zusammen sein möchte? Das kann natürlich je nach Ehe ganz unterschiedliche Gründe haben. Ein Hauptgrund der Trennung im Alter ist jedoch häufig das klassische Auseinanderleben. Die Partner haben keine gemeinsamen Interessen mehr, man hat sich nichts mehr zu sagen und unterschiedliche Vorstellungen vom Leben. Oft sind es Frauen, die um der Familie und Kinder willen die Ehe jahrelang aufrecht erhalten. Sobald diese aus dem Haus sind und man sich wieder aufeinander konzentriert, kommt oft erst zum Vorschein, wie unterschiedlich die eigenen Vorstellungen eigentlich sind.

Ein weiterer häufiger Grund ist die berühmte „Midlife-Crisis“. Männer, die sich fragen, ob das jetzt wirklich alles war und sich nochmal jung fühlen möchten: Mit einem teuren Auto, moderner Kleidung und eben auch der neuen, jüngeren Partnerin. Aber auch viele Frauen „wollen es nochmal wissen“ – zum Beispiel nochmal Studieren, Reisen oder sich anderweitig weiter bilden. Wenn die Pläne nicht mit denen des Partners zusammen passen, der sich eventuell auf einen ruhigen Ruhestand freut, kann das heikel werden.

Gründe für Scheidungen sind wahrscheinlich so vielfältig, wie es Ehen gibt. Leichtfertig sollte man so eine Entscheidung jedoch nicht treffen. Manchmal kann es helfen, vor der Trennung eine Eheberatung wahrzunehmen, um nach Alternativen zur Scheidung zu suchen.

Finanzielle Rahmenbedienungen

In den 50ern und 60ern war für viele Frauen eine Scheidung im Alter finanziell schlichtweg nicht möglich. Das klassische Rollenbild vom Mann, der das Geld nach Hause bringt und der Hausfrau ist heute längst nicht mehr aktuell. Trotzdem ist auch heute eine Scheidung, besonders im höheren Alter, heikel. Gerade Frauen haben es im Alter finanziell besonders schwer. In den meisten Fällen ist die Frau auf Unterhalt vom Ehegatten angewiesen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Trennungsunterhalt, welcher ohne Bedingungen von dem Ehepartner gezahlt werden muss, der über ein höheres Einkommen verfügt. Zum anderen gibt es noch den nachehelichen Ehegattenunterhalt, der an gewisse Bedingungen geknüpft ist, wie zum Beispiel, dass der unterhaltsberechtigte Partner aufgrund seines Alters oder Krankheit nicht mehr in der Lage ist, eine Arbeit aufzunehmen, um seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.

Eine große Rolle bei einer Scheidung im Alter spielt auch der Versorgungsausgleich. Damit beide Ehepartner gleich dastehen und keiner Vor- oder Nachteile daraus zieht, dass während der Ehezeit nur ein Partner gearbeitet hat, werden normalerweise alle während der Ehezeit erworbenen Rentenansprüche hälftig zwischen den beiden Ehepartnern aufgeteilt

Ein Problem bei Partnern im Rentenalter ist es, wenn beide Ehepartner eine Rente beziehen, die es zwar ermöglichen würde, dass beide Partner gemeinsam davon leben können, die aber nicht ausreicht, um beide Partner in getrennten Wohnungen und mit getrennter Haushaltsführung ausreichend zu versorgen. Oft bleibt deshalb nur das Beantragen von Sozialleistungen, um wenigstens einigermaßen über die Runden zu kommen. Wenn beide Partner sich in ihrer Existenz bedroht fühlen, kommt es leider nur zu häufig zu Streitereien.

Auch beim Zugewinnausgleich kommt es oft zu Streitigkeiten. Alles, was im Laufe der Ehejahre gemeinsam angeschafft wurde, muss nach der Scheidung wieder aufgeteilt werden. Das Haus, in dem man sein ganzes Leben gewohnt hat verlassen und in eine kleine Mietwohnung ziehen? Das Auto aufgeben und wieder mit dem Bus fahren? Den jahrelang mit Liebe gepflegten Garten aufgeben? Gerade im Alter ist es schwer, sich das alles nochmal neu aufzubauen und deshalb auch umso schwerer loszulassen. Trotzdem sollte man gemeinsam versuchen, eine faire und vernünftige Lösung für beide Partner zu finden und sich Stress, Ärger und Geld für einen erbitterten Rosenkrieg sparen.

Was kommt auf einen zu?

Liebeskummer, Einsamkeit, finanzielle Probleme: Eine Trennung ist alles andere als einfach. Man trennt sich nicht nur vom langjährigen Partner, sondern auch von alldem, an das man sich gewöhnt hat: Das kann das gemeinsame Haus sein, ein Haustier oder auch einfach gemeinsame Rituale wie zu zweit Abendessen. Gut ist es, wenn man Familie und Freunde hat, die für einen da sind. Aber auch ein Psychologe kann helfen, die Trennung zu verarbeiten und besser mit der neuen Situation klar zu kommen. Vor allem finanziell steht man in den meisten Fällen schlechter dar als vorher. Trotzdem sollte man irgendwie versuchen, die Trennung als Chance für einen Neuanfang zu sehen: Was wollte man schon immer mal ausprobieren? Welche Möglichkeiten sind einem während der Ehe verschlossen geblieben? Denn für einen Neuanfang ist es bekanntlich nie zu spät.

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