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Ein Wochenende bei den Großeltern: Wie Enkel sich daran gewöhnen

Ein Wochenende bei den Großeltern: Wie Enkel sich daran gewöhnen

Das Wochenende bei den Großeltern ist für viele Kinder ein ganz besonderes Highlight – und für die Eltern eine wichtige Entlastung im Alltag. So können sie endlich wieder einmal als Paar ausgehen oder in Ruhe entspannen, während der Nachwuchs mit Oma und Opa Abenteuer erlebt. Dennoch steht natürlich beim Besuch der Enkel die Sicherheit an erster Stelle, denn für die Eltern bedarf es einer Menge Vertrauen, ihre Kinder über mehrere Stunden, eine Nacht oder sogar ein ganzes Wochenende aus den Augen zu lassen. Und auch auf die Großeltern wartet eine Herausforderung, die durchaus vorbereitet sein will. Wenn die Enkel am Wochenende bei den Großeltern sind: Spannend für alle Beteiligten.

Viele Großeltern spielen im Leben ihrer Enkelkinder eine wichtige Rolle. Zu Beginn findet die Betreuung durch die Großeltern aber oft noch unter Aufsicht der Eltern statt. Je älter das Kind dann wird, umso mehr Zeit kann und will es meist auch alleine bei Oma und Opa verbringen. Irgendwann bleibt es vielleicht sogar über Nacht oder über einen längeren Zeitraum in den Ferien.

Auch bei Oma und Opa gelten die Regeln der Eltern

Natürlich ist es den Großeltern wichtig, dass sie bei den Enkelkindern beliebt sind und diese sich immer auf den nächsten Besuch freuen. Dennoch ist das kein Grund, sich die Liebe durch ein übertriebenes Verwöhnen zu erkaufen. Süßigkeiten zum Frühstück oder das Aufbleiben bis Mitternacht sind kein Weg, um eine gute sowie gesunde Beziehung zu den Enkelkindern aufzubauen – und solche Maßnahmen werden schnell zu Konflikten mit deren Eltern führen. Es ist deshalb wichtig, dass die Eltern sowie Großeltern vorab die Regeln besprechen. Wenn bei Oma und Opa dieselben Regeln gelten wie zu Hause auch, gibt das den Kindern Sicherheit und sie stellen diese nicht anschließend in Frage, wenn sie wieder daheim sind. Schließlich ist nicht nur eine gute Beziehung zu Ihren Enkelkindern wichtig, sondern auch zu den Erziehungsberechtigten, welche ansonsten die Besuche nach und nach reduzieren oder das Besuchsrecht sogar ganz verwehren werden.

Den Besuch der Enkelkinder richtig vorbereiten

Gewohnheit gibt Kindern Sicherheit

Es ist nicht sinnvoll, das Enkelkind direkt bei Oma und Opa übernachten zu lassen, wenn es zuvor noch nie alleine bei ihnen zu Besuch war. Wie eingangs erwähnt, werden die Besuchszeiten stattdessen in der Regel nach und nach ausgedehnt. Zu Beginn sind vielleicht noch die Eltern dabei. Später ist das Kind mal für zwei Stunden zu Besuch, irgendwann eventuell drei Nachmittage pro Woche bis die Eltern Feierabend haben und ein anderes Mal für einen ganzen Sonntag. Steht die erste Übernachtung an, so können ebenfalls die Eltern noch mit dabei sein. Beim zweiten Besuch über Nacht dann vielleicht schon nicht mehr. Ob und wann das Enkelkind zum ersten Mal alleine bei den Großeltern bleiben möchte, hängt stark von der individuellen Entwicklung des Kindes sowie seiner Gewohnheit ab. Denn Gewohnheit gibt Kindern Sicherheit. Deshalb sollten auch nicht nur die Regeln dieselben wie zu Hause sein, sondern ebenso der Ablauf bei Oma und Opa.

Den Besuch der Enkelkinder richtig vorbereiten

Am besten erstellen Sie deshalb einen groben Zeitplan für den Besuch der Enkelkinder und besprechen diesen mit den Eltern. Denn die wissen am besten, was für das Kind zu viel ist, ob es vielleicht gerade eine Erkältung ausbrütet und deshalb lieber Schlitten fahren sollte oder dass es Angst vor den Tieren im Zoo hat. Für viele Enkelkinder ist es ohnehin schöner, einfach mit Oma und Opa zu spielen oder im Garten toben zu dürfen, anstatt den ganzen Tag unterwegs zu sein. Allein der Besuch bei den Großeltern ist schließlich ein Highlight für sich.

Erst einmal ist es deshalb wichtig, die eigenen vier Wände kindgerecht umzurüsten und für die Enkelkinder eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Bestimmen Sie, wo das Enkelkind schlafen und wo es spielen kann. Haben Sie keine Spielsachen, so soll es welche von zu Hause mitbringen. Für den Schlafplatz eignet sich auch ein gemütliches Sofa, allerdings muss dann sichergestellt werden, dass das Kind nicht im Schlaf herunter fällt. Noch besser ist deshalb – je nach Alter – ein Reisebett mit Gitter oder eine Matratze auf dem Boden. Zudem sollte natürlich ein gutes Raumklima herrschen, der Platz muss ruhig sein und dem Enkelkind ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Viele Kinder haben Angst, an einem ungewohnten Ort alleine zu schlafen. Unter Umständen ist es also sinnvoll, dass Sie sich zum (Mittag-) Schlaf einfach dazulegen. Nach dem gemeinsamen Spielen & Co ist Ihnen gewiss ohnehin nach ein bisschen Entspannung zum Auftanken neuer Energien.

Die Sicherheit der Enkelkinder steht an oberster Stelle

Damit sind die eigenen vier Wände aber noch nicht perfekt gerüstet für den Besuch der Enkelkinder. Stattdessen müssen Sie eventuelle Gefahren erkennen sowie beseitigen. Bringen Sie einen Steckdosenschutz in allen Räumen an und ebenso ein Treppengitter. Gefährliche Gegenstände wie Feuerzeuge, Messer oder Scheren müssen unbedingt außer Reichweite der Kinder aufbewahrt werden. Gibt es einen Ofen und damit eine Verbrennungsgefahr, muss entweder der betreffende Raum abgesperrt werden oder Sie installieren auch hier ein Gitter, welches dem Kind den Zugang verhindert. Selbiges gilt für den Garten: Gartengeräte wie eine Heckenschere sind zu beseitigen. Ist hier ein Pool oder ein Teich, in welchem die Enkelkinder ertrinken könnten, muss dieser kindersicher gemacht werden. Zudem darf das Kind nicht in einem unbeobachteten Moment aus dem Haus oder Garten auf die Straße gelangen können. Welche Maßnahmen genau notwendig sind, hängt natürlich stets auch von den individuellen Gegebenheiten in Ihrem häuslichen Umfeld sowie vom Alter der Kinder ab.

Allergien, Medikamente & Co mit den Eltern absprechen

Sprechen Sie mit den Eltern ab, wann und was das Kind isst. Wichtig ist vor allem, eventuelle Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu kennen, um beim Kochen oder Backen keine Fehler zu machen. Zudem sollten Sie sich über weitere Allergien informieren – bei einem Wespenstich vielleicht oder gegen Tierhaare. Sie müssen wissen, wie Sie im Notfall reagieren sollen, wenn es doch zu einem allergischen Schock kommt. Wichtig ist auch, ob das Kind Medikamente nehmen muss, welche, wann und in welcher Dosierung.

Ausflüge mit den Enkelkindern – ja oder nein?

Bei einem mehrtägigen Besuch kann es in den eigenen vier Wänden dann doch irgendwann langweilig werden. Ausflüge sollten jedoch, wie bereits erwähnt, mit den Eltern besprochen und richtig vorbereitet werden. Sind Sie mit dem Auto unterwegs, müssen Sie die Sicherheit des Kindes mit einem geeigneten Sitz gewährleisten. Auch vor Ort gilt es, die Enkel niemals aus den Augen zu lassen – das kann nämlich zum Beispiel im Freibad oder in den Bergen schnell gefährlich werden. Zudem bedarf es für solche Ausflüge einer speziellen Ausrüstung. Die Eltern müssen schließlich wissen, was sie für das Kind einpacken sollen: Badesachen, Wanderschuhe, etc. Klingt Ihnen das zu aufwändig? Keine Sorge: Die meisten Kinder finden es schon spannend, einfach mit den Großeltern zu backen, sich von ihnen Geschichten vorlesen zu lassen oder auf dem Spielplatz um die Ecke zu toben. Zerbrechen Sie sich also nicht den Kopf oder setzen sich unter Druck, den Enkelkindern etwas Besonderes bieten zu müssen, sondern gestalten Sie den Besuch für alle Beteiligten so entspannt wie möglich.

Packliste für den Besuch bei Oma und Opa

Das Stichwort ist bereits gefallen: Die Eltern müssen wissen, was sie ihren Kindern für den Besuch bei den Großeltern einpacken sollen. Deshalb ist es wichtig, dass sie die Pläne kennen. Zudem bedarf es natürlich einer Grundausrüstung für den Alltag. Dazu gehören:

  • eventuelle Medikamente sowie die Informationen zur Einnahme
  • Krankenversicherungskarte
  • Kleidung und gut sitzende Schuhe für jedes Wetter (Regenjacke, Winterschuhe, Matschschuhe, Sandalen, Krabbelschuhe oder auch „Stoppersocken“). Besonders beim Schuhwerk ist genau auf die Passform zu achten, da die Kleinen sich permanent im Wachstum befinden.
  • Spielzeug
  • Kuscheltiere, Schnuffkeltuch oder was auch immer das Kind zum Einschlafen braucht
  • eventuell Windeln oder Topf – je nach Alter
  • Kosmetik und Zubehör wie Zahnbürste, Zahnpasta, Sonnencreme, Bademantel, etc.
  • Vollmacht für die Großeltern

Was genau das Kind braucht, hängt von dessen Alter sowie von der Jahreszeit, den geplanten Unternehmungen & Co ab. Es ist daher sinnvoll, eine generelle Packliste für den Besuch bei den Großeltern zu erstellen, sodass die Eltern nicht jedes Mal neu überlegen müssen. Wie gesagt – so entspannt wie möglich für alle Beteiligten!

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